Harnstoffsynthese

5:03 Minuten

Thema dieses Films ist die Synthese von Harnstoff. In seiner reinen Form ist Harnstoff ein weißer, kristalliner Feststoff. Er wird von den meisten Lebewesen als Endprodukt von Stoffwechselvorgängen mit dem Urin ausgeschieden. Lange Zeit dachten die Wissenschaftler, dass organische Substanzen etwas komplett anderes seien als anorganische Substanzen. Die Bildung organischer Substanzen führten sie auf eine spezielle „Lebenskraft“ zurück, die es nur in Organismen gab. Daher schien eine Herstellung organischer Verbindungen im Labor unmöglich. Dies änderte sich 1828 als der Chemiker Friedrich Wöhler Kaliumcyanat und Ammoniumsulfat mischte. Aus der Verbindung dieser beiden anorganischen Substanzen entstanden kleine weiße Kristalle, die ihm bekannt vorkamen und er analysierte sie gründlich. Das Ergebnis war verblüffend, denn es handelte sich bei diesen Kristallen um die gleiche Substanz, die er aus dem Urin isoliert hatte: Harnstoff. Es war also doch möglich organische Substanzen aus anorganischen Ausgangsstoffen herzustellen.

Mit dieser künstlichen Synthese von Harnstoff wurde auch die lange vorherrschende Trennung zwischen organischen und anorganischen Substanzen aufgehoben und der Einstieg in die organische Chemie gelegt.

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